|
|
Mobilfunksender in der Schweiz
Die
Standorte von meldepflichtigen Funksendern (Mobilfunk, Radio, TV
etc.) in Kreuzlingen und der ganzen Schweiz sind in der Senderdatenbank
des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM) abrufbar. In der
zugehörigen Karte mit den Senderstandorten muss dafür einfach in
den gewünschten Kartenausschnitt hineingezoomt werden. Weitere
informationen zu den einzelnen Sendern (3G, 4G, 5G, DAB+, TV etc.)
können direkt in der Karte abgerufen werden.
Achtung: Die Datenbank bzw.
Karte des BAKOM mit den Senderstandorten ist leider nicht aktuell
und unvollständig. Das hängt damit zusammen, dass das BAKOM darauf
angewiesen ist, dass ihm die Betreiber der Sender regelmässig
aktuelle Daten über neue, erweiterte oder abgeschaltete
Sendeanlagen liefern. Dieser Verpflichtung kommen die
Betreiber nur mangelhaft nach. Das BAKOM hat weder die personelle
Ausstattung, noch den gesetzliche Auftrag, landesweit zu
überprüfen, ob die erhaltenen Daten von den Betreibern aktuell und
vollständig gemeldet werden und mit der Realität übereinstimmen.
Die Zuständigkeiten zwischen Bund und Kantonen sind nämlich derart
gesetzlich geregelt, dass für den Vollzug (Prüfung,
Bewilligung, Abnahme, regelmässige Kontrollen, Sanktionen) die
Kantone und Gemeinden zuständig sind und nicht der
Bund.
Datendownload
Eine umfangreiche Liste
aller dem BAKOM von den Betreibern per Ende November 2024
gemeldeten Mobilfunkanlagen ist hier entweder als XLS-File
oder als PDF-File
in aufbereiteter Form downloadbar. Die Liste umfasst folgende
Angaben: Anlagekennung, Anlagetyp, Koordinaten,
Leistungsklasse, Mobilfunkstandard, Betriebsart, Datum des
aktuellen Standortdatenblatts, Anlagegrenzwert. Eine
Auswertung der riesigen Datenmenge kann untenstehender
Grafik und Tabelle entnommen werden.
Download
der nachfolgenden Grafik und Tabelle als PDF-File.
Datenanalyse

Beurteilung der Datenlage
Ende November 2024 waren dem BAKOM
19'758 Mobilfunkanlagen von den Betreibern
gemeldet. Auf den ersten Blick fallen folgende Entwicklungen auf:
-
Im vergangenen halben Jahr
wurden landesweit 196 zusätzliche Mobilfunkanlagen in
Betrieb genommen.
- Während die Zahl der Anlagen in
der Leistungsklasse "sehr gross" mit 222
überdurchschnittlich zugenommen hat, ist die Zahl der Anlagen in
der Leistungsklasse "klein" um -79 auffallend
stark zurückgegangen.
- Da die Zahl der neuen Anlagen in
der Leistungsklasse "sehr gross" höher ist als die Zahl
aller neu gebauten Anlagen, kann davon ausgegangen werden, dass
bestehende Anlagen in niedrigeren Leistungsklasse aufgerüstet
wurden.
- Die leistungsmässige Aufrüstung
von Anlagen dürfte insbesondere diejenigen betreffen, die
bislang in der Leistungsklasse "klein" betrieben wurden.
Die wurden sicher nicht alle rückgebaut.
- Rund ein Viertel aller Anlagen
werden in der Leistungsklasse "sehr klein" betrieben. Es
handelt sich dabei um sogenannte Mikrozellen, die mit
nicht mehr als 6 Watt abgestrahlter Leistung ohne
NISV-Bewilligung senden dürfen. Zum Vergleich: Mobilfunkanlagen
in der Leistungsklasse "sehr gross" werden gemäss den
eingereichten Standortdatenblättern nicht selten mit mehreren zehntausend
Watt - auch in Wohngebieten - betrieben.
- Die Mobilfunkbetreiber behaupten
in Rechtsmittelverfahren regelmässig, dass Mikrozellen für
sie völlig ungeeignet seien. Ihre rund 4'700 an das
BAKOM gemeldete Mikrozellen belegen hingegen das Gegenteil.
- Die Zahl der mit sogenanntem Korrekturfaktor
adaptiv betrieben Anlagen hat um 571 erheblich
zugenommen. Die Zahlen belegen auch hier, dass der grösste
Teil auf die Hochrüstung bestehender Anlagen
zurückzuführen ist.
- Die meisten davon dürften in
sogenannten Bagatellverfahren und ohne Wissen der
Betroffenen erfolgt sein. Das Bundesgericht hat dieses
Jahr in vier Urteilen festgehalten, dass diese Praxis der
Kantone und Gemeinden widerrechtlich ist. Gemeinden als
zuständige Baubehörde sind gesetzlich verpflichtet, den
rechtmässigen Betrieb per Verfügung wieder herstellen zu lassen.
- Mit über 50% betreibt
die Swisscom weitaus am meisten Mobilfunkanalgen im
Land. Sunrise und Salt betreiben je
rund 22% und die SBB rund 6%. Die Mobilfunkbetreiber
in Deutschland betreiben ebenfalls ein paar wenige Anlagen
auf schweizerischem Staatsgebiet. Sie stehen am Bodensee und
Hochrhein. Im Gegenzug betreiben unsere Mobilfunkanbieter
Anlagen auf deutschem Hoheitsgebiet.
- Es ist augenfällig, dass Sunrise
in den vergangenen Monaten nur eine einzige
Mobilfunkanlage neu in Betrieb genommen hat. Muss die
Übernahme durch die Cablecom bzw. Unity zuerst organisatorisch
verdaut werden oder ist den Investoren das Geld ausgegangen? Es
wird auch spekuliert, dass man sich aus dem gegenwärtigen
Vollzugschaos beim Mobilfunk bewusst zurückgezogen habe, um
lieber in den wichtigeren Ausbau des Glasfasernetzes zu
investieren.
Mobilfunksender in Kreuzlingen
An folgenden Standorten sind Mobilfunkanlagen und allenfalls
weitere Sendertypen in Betrieb:
- Hochhaus
Freienegg (Freiestrasse, Mobilfunk und Grenzwachkorps)
- Hochhaus
gegenüber der Hauptpost (Bahnhofstrasse)
- Swisscom-Gebäude
in Kurzrickenbach (Romanshornerstrasse, Mobilfunk und
Telepager)
- Autobahnausfahrt
Süd
- Autobahntunnel
Nord
- Kaserne
Bernrain
- Bodensee-Arena
- Coop
Ziilcenter
- Beim
Blauen Haus (Hauptstrasse 132/134)
- Altersheim
Wellingtonia (Konstanzerstrasse)
- SBB-Bahndreieck
(Hafenstrasse, GSM-Rail)
- Im
grünen Hof 3 (Kolosseumplatz)
- Coop
Karussell (Mikrozelle)
- Migros
Seepark (Mikrozelle)
- Pädagogische
Hochschule (Mikrozelle)
- Garden-City
(Konstanzerstrasse, nur Grenzwachkorps)
An folgenden Standorten sind neue Mobilfunkanlagen oder
Aufrüstungen bestehender geplant:
- Hochhaus
Freienegg Hauptstr. 23 (Aufrüstung geplant, Swisscom/Polycom)
- Im
grünen Hof 3 (Kolosseumplatz, Aufrüstung geplant, Salt)
- Beim
Blauen Haus (Hauptstrasse 132/134, Aufrüstung
geplant, Salt)
- Bootsbau
Neuweiler (Sonnenwiesenstrasse, Neubau geplant, Sunrise)
- Eisenbahnviadukt
Alp/Tobel (Tobelstrasse, Neubau geplant,
Salt)
- Haldenstrasse
5 (Neubau
geplant,
Swisscom)
- Bodensee-Arena
(Aufrüstung, Swisscom)
- Alte
Telefonzentrale ost (Aufrüstung, Swisscom)
Mobilfunksender im Thurgau
Das Amt für Umwelt (AfU)
macht seine Senderdatenbank inzwischen auch über eine Karte mit
den Sendern im Thurgau öffentlich zugänglich. Dabei ist
jedoch zu berücksichtigen, dass deren Einträge nicht mit
denjenigen in der Senderdatenbank des BAKOM (s. oben)
übereinstimmen. Will man sich etwas Klarheit über die lokalen
Gegebenheit verschaffen, sollten deshalb zur Sicherheit immer
beide Datenbanken konsultiert werden. Die Karte des AfUs enthält
jedoch die zusätzliche Information darüber, wo neue
Mobilfunkanlagen geplant sind und wie gross deren Anlageperimerter
ist. Diese Information ist primär für die Mobilfunkbetreiber
bestimmt, damit diese den Standort von neuen Anlagen besser planen
können. Zudem steckt natürlich die nachvollziehbare Absicht des
AfU dahinter, so seinen Aufwand beim Vollzug zu optimieren.
Achtung: Auch die
Senderdatenbank bzw. Senderkarte des kantonalen AfU ist nicht
vollständig und aktuell (vgl. oben).
Mobilfunkanlagen in Deutschland
Die
Senderdatenbank
der Bundesnetzagentur kann ebenfalls über das Internet
öffentlich eingesehen werden. Dies ist insbesondere in der
Grenzregion Bodensee nützlich. Die Erfahrung zeigt auch hier,
dass es sehr lange dauern kann, bis Informationen über neue
Senderstandorte verfügbar sind. Die Angaben sind jedoch
umfangreicher bzw. transparenter als diejenigen in den
vergleichbaren Datenbank des BAKOM und des AfU in der Schweiz
Mobilfunkanlagen in Österreich
Die Senderstandorte in Österreich
können ebenfalls in einer Datenbank bzw. Senderkarte eingesehen
werden.
Mobilfunkanlagen in Liechtenstein
Die Senderstandorte im Fürstentum
Liechtenstein können ebenfalls in einer Datenbank bzw.
Senderkarte eingesehen werden.
Mobilfunkanlagen in weiteren Ländern
USA
http://www.antennasearch.com/
Niederlande https://antennekaart.nl/
Frankreich https://cartoradio.fr/#/
Italien http://www.datiopen.it/it/opendata/Mappa_delle_antenne_in_Italia
|